H2 @ TG Ötigheim 2:3 (26:24 21:25 14:25 25:16 14:16).

Nach allem anderen, nur nicht nach einem Tiebreak und sogar der Chance auf einen Sieg, sah es nach dem dritten Durchgang der Partie am vergangenen Samstag gegen den Tabellendritten aus Ötigheim aus. Nach einem demütigenden 14:25 standen alle Zeichen auf einen 1:3-Sieg für Ötigheim, doch zeigten die Mannen der Herren 2 eine klasse Moral und konnten den Tiebreak erzwingen, mussten sich aber am Ende doch denkbar knapp geschlagen geben.

Als leichter „Underdog“ fuhren wir am Samstag zum Tabellendritten nach Ötigheim, gegen die wir in der Hinrunde eine 1:3 Niederlage einstecken mussten. Gemäß der Devise: „Wir haben absolut nichts zu verlieren“, schickte Trainer Uwe, mit Mittelblocker Armin und Diagonal und Sebastian auf Außen, nicht nur das angriffsstärkste, sondern mit durchschnittlich rund 1,90 Meter auch das größte Team auf die Platte. Allerdings stellte sich das Team mit einer 1,5 Mann starken Ersatzbank nahezu selbst auf.

Zu Beginn des ersten Satzes kamen die Ötigheimer etwas besser in die Partie und schafften es früh mit 2 Punkten in Führung zu gehen. Nach ein paar Ungenauigkeiten fanden wir allerdings schnell unseren Rhythmus und es folgte ein sehr spannender, auf Augenhöhe geführter Satz. Unsere beiden Außenangreifer Sebastian und Jewgeni fanden dabei sehr gut in die Partie und waren vom gegnerischen Block/Abwehrriegel kaum zu stoppen. Die Gäste konnten bis zum Stand von aus unserer Sicht 21:23 ihren 2-Punkte Vorsprung halten, ehe in der Schlussphase sich unser Block blicken ließ und wir mit 24:23 in Führung gehen konnten. Mit Armin am Aufschlag war es dann unsere „kleinste“ Blockreihe, die den Satz mit 26:24 zu unseren Gunsten entschied.

Nahtlos knüpften beide Teams an die in Satz 1 gezeigten Leistung an und spielten weiter auf Augenhöhe. Doch Mitte des Satzes, beim Stand von 9:10, gab es einen kleinen Bruch in unserem Spiel. Aufgrund einer kurzen Schwächephase in der Annahme und Unmut über einige Entscheidungen des Schiedsgerichtes gerieten wir schnell in einen 5-Punkte Rückstand den wir leider nicht mehr aufholen konnten. 21:25 lautet es am Ende für die Gastgeber.

Satz Numero 3 könnten man dann als total verkorkst beschreiben. Coach Uwe stellte das Team leicht um, was zunächst für etwas Verwirrung sorgte. Doch waren es mentale Schwäche und vor allem Unkonzentriertheit, die uns am Volleyball spielen gehindert haben. Nichts schien auf dem Feld zu funktionieren, während Wut und Frust sich unter den Spielern und dem Coach breitmachten. Folgerichtig gewannen die Gäste den Satz auch in der Höhe verdient mit 14:25.

Völlig richtig argumentierte Außenangreifer Jewgeni in der Satzpause, dass wir das Spiel gerade selbst aus der Hand geben, nicht weil die Gegner talentierter seien, sondern weil wir Unruhe im Team unseren Fokus auf das eigene Spiel zerstören. Die Ansprache zeigte Wirkung und nahezu wie ausgewechselt spielten wir im vierten Satz wieder bärenstark auf. Alle Mannschaftsteile performten jetzt wie aus einem Guss und ließen den Ötigheimern, die ob der plötzlichen Wiedererstarkung sichtbar verblüfft waren, keine Chance. Mittelblocker Armin, der heute auf seiner gelernten Position des Diagonalangreifers ran durfte, konnte nach 3 Sätze seinen Rost abschütteln und kam nun so richtig in Fahrt. Mit dem 25:16 Satzgewinn und beindruckenden Spielweise hatten wir das Momentum für den Tiebreak nun endgültig auf unserer Seite.

Im Tiebreak konnten beide Teams noch einmal ihr ganzes Potential abrufen und den Zuschauern einen volleyballerischen Leckerbissen zum Ende des Tages servieren. In einem spannenden und hochklassigen Satz konnte sich keines der beiden Teams entscheidend absetzen (8:7 zum Seitenwechsel). Bis zum 13:13 ging es hin und her zwischen den beiden Mannschaften, wobei wir bei diesem Spielstand eine goldene Chance hatten uns einen Matchball zu erarbeiten, der Angriff aber leider im Netz landete. Den ersten Ötigheimer Matchball konnten wir zunächst abwehren, mussten uns aber beim zweiten Matchball nach einem erfoglreichen Dreierblock der Gäste mit 14:16 geschlagen geben. Im American Football sagt man: „there is no moral victory“, was auf den Volleyball allerdings nicht zutrifft. Trotz des etwas nervösen zweiten und total verkorksten dritten Satzes schafften wir es dennoch eine fast schon verlorene Partie zu kippen und sogar um ein Haar noch gewinnen. Dennoch sollten wir uns fragen, wieso wir unser A-Game nicht über die komplette Dauer eines Spiels umsetzen können. Antwort: Der Kopf!!! (JH)